Kakteen-Forum (Archiv)


Der "Schwarze Tod"


Abgeschickt von Frank Vincentz am 13 Oktober, 2002 um 18:23

Antwort auf: Rätselhaftes Euphorbiensterben von Detlef am 11 Oktober, 2002 um 21:17
Hallo Detlef,
in meiner Sammlung hatte der "Schwarze Tod" E. enopla bisher verschont, dafür aber schon mehrmals die sehr nahe verwandte E. atrispina erwischt. Da die beiden kaum auseinander zu halten sind, handelt es sich bei unseren atrispina/enopla möglicherweise sogar um die gleiche Art.

Vorbeugendes Spritzen lohnt sich wohl nicht, da der Krankheitserreger unbekannt ist und ganz spezifisch nur E. enopla/atrispina befällt.

Eine Ansteckung ist wohl auch nicht zu verhindern, da der Krankheitserreger (als Sporen?) scheinbar durch die Luft kommt. Gegen eine Verbreitung durch das Gießwasser spricht jedenfalls, dass bei mir Pflanzen betroffen waren, die seit Monaten kein Wasser mehr bekommen hatten.
Als Vorsichtsmaßnahme habe ich die kranken bzw. toten Pflanzen natürlich entfernt. Eine von mir übersehene Leiche hat andererseits offensichtlich keine andere Pflanzen angesteckt.
Ein so schnelles und unaufhaltsames Sterben des Wirtes wie beim "Schwarzen Tod" spricht eigentlich für eine sehr schlechte Anpassung des Erregers an den Wirt. Besser angepasste Erreger sollten die Wirtspflanze wenig schädigen oder wenigstens lang genug überleben lassen, um sich selbst vermehren und verbreiten zu können. Ich vermute mal, dass es sich bei dem Erreger des "Schwarzen Todes" um einen Pilz oder ein Bakterium handelt, der/das unauffällig in oder auf einheimischen Pflanzen (Unkraut-Euphorbien im Garten?) lebt und rein zufällig auch die ja eigentlich nicht in unseren Breiten vorkommende E. atrispina/enopla befallen kann.

Ich denke, Du solltest den Verlust der E. enopla einfach als gegeben hinnehmen und Dir neue Pflanzen kaufen.

Frank
www.euphorbia.de



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