Kakteen-Forum (Archiv)


Salzkonzentrationen.


Abgeschickt von Rüdiger am 19 Dezember, 2001 um 14:25:

Antwort auf: Re: Kakteen auf alkalischem Substrat? von Edmund am 19 Dezember, 2001 um 02:22
Hallo,
ich (persönlich!) denke, dass man hier sehr vorsichtig mit verallgemeinernden Aussagen sein muss. Kakteen bedecken ein riesiges Areal mit extrem unterschiedlichen Standorten. Vielen Standorten gemein ist, dass sie in der Regel einem verringerten Konkurrenzdruck unterliegen, da höher entwickelte Pflanzen sie nicht besiedeln können. Kakteen haben sich vielfach auf diese Standorte spezialisiert und sind gerade deswegen stark gefährdet. Eine Sippe, die auf Areal A wächst, kann auf Areal B völlig versagen. Kakteen besiedeln extrem salzarme ( reine Quarz) Böden ebenso wie extrem salzreiche Böden. Es sind aber in der Regel nicht die gleichen Sippen, obwohl es durchaus gleiche Arten sein können. Manche Sippen kommen eben mit sehr hohen externen Konzentrationen ( überwinden hohe osmotische Drücke ) zurecht, manche haben eine hohe Toleranz gegenüber dem pH-Wert. Zu sagen, dass sie gezielt org. Säuren einsetzen, um Ionen zu lösen, ist sicherlich nicht richtig, da dies eine Entscheidungsfähigkeit voraussetzen würde. Andererseits sind bei manchen Sippen die entwicklungsgeschichtlich bedingten Ausprägungen so, dass sie für einen bestimmten Standort günstig sind. Eine Reihe von Gymnocalycia läßt sich ( nach bestätigter Aussage einer Reihe von Züchtern ) wunderbar auf stark basischer ( pH bis 9 )Katzenstreu von der Aussaat an kultivieren ( Creutzburg, Schädlich, e.a. ). Ich (wieder: persönlich!) denke, für verläßliche Aussagen sind Feldversuche erforderlich, die leider bisher kaum gemacht worden sind ( eine erfreuliche Ausnahme war : Stickstoffwirkung auf Rebutia in einer der letzten KuaS-Ausgaben; andere Ausnahmen waren die Experimente von Fleischer und Schütz, die mit vielen Vorurteilen in der Kakteenzucht aufgeräumt haben ), jedenfalls kann eine einzelne Pflanze immer nur als individuelle Beobachtung akzeptiert werden. Aber vielleicht regt dieser Beitrag ja zu nachprüfbaren Experimenten an.

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