Kakteen-Forum (Archiv)


Erfahrung nicht aber Anleitung ( nach Fischer )


Abgeschickt von Rüdiger B. am 22 Januar, 2000 um 10:17:

Antwort auf: Wer hat Erfahrung mit der "Fleischer-Methode" bei der Aussaat? von Steffen Schmidt am 21 Januar, 2000 um 10:22
Im Folgenden die Methode wie bei Fischer beschrieben.
Auf Wunsch kann ich die Abbildungen scannen !


aus
Renate Fischer ( Neumann-Neudamm ) :
1. Auflage 1984
S.35 ff : Aussaatmethode nach Fleischer

Eine Aussaatmethode, die den Bedingungen des Fensterbrettpflegers am besten entspricht und zudem noch über einen längeren Zeitraum fast wartungsfrei ist, ist die Aussaatmethode nach Fleischer. Sie wurde von dem tschechischen Kakteenfreund Zdenek Fleischer entwickelt. Diese Methode hat sich in der Praxis ausgezeichnet bewährt, da sie bei sorgfältigem und äußerst sauberem Arbeiten eine Infizierung der Aussaat durch Algen und Pilzsporen weitgehend verhindert. Man verwendet Einweckgläser mit einem Volumen von einem 3/4 bis 1 Liter einschließlich Glasdeckel, Gummiringe und Federspangen sowie Glasröhrchen von 1,5 cm Durchmesser und 4 bis 5 cm Länge. Das Glasröhrchen wird in die Mitte auf den Boden des Einweckglases gestellt. Dann füllt man gewaschenen groben Kies als Grundschicht in das Glas. Auf diese Schicht kommt eine ca. 3 cm starke Aussaatsubstratschicht. Das Aussaatsubstrat besteht aus feinem gesiebtem Torfmull, Sand und Ziegelgrus im Verhältnis 2: 1: 1. Werden Samen mehrerer Kakteenarten ausgesät, unterteilt man die Aussaatfläche mittels kleiner Glasscheiben in Sektoren. Auf diese Weise können in einem Einweckglas 10 bis 12 verschiedene Samenportionen untergebracht werden. Vor der Aussaat werden die vorbereiteten Gläser und die verwendeten Gerätschaften (Deckel, Gummiringe, Spangen, ein Löffel, ein Trichter) durch einstündiges Kochen in einem Einwecktopf sterilisiert. Die Samenkörner werden vor der Aussaat in einer Kaliumpermanganatlösung gebeizt. Außerdem wird eine 0,05%ige Nährlösung aus abgekochtem Wasser und einem handelsüblichen Nährsalzgemisch, das wichtige Spurenelemente, aber nur wenig Stickstoff enthält, hergestellt. Das Aussaatsubstrat ist nährstoffarm. Nach der Sterilisation läßt man die Einweckgläser bis auf Handwärme abkühlen. Mit dem Löffel werden dann die Samenportionen auf die einzelnen Sektoren gestreut. Der Samen wird auf der Substratoberfläche belassen. Bevor man die Gläser verschließt, gießt man durch einen Trichter die vorbereitete Nährlösung in die Glasröhrchen. Die Flüssigkeit soll dabei gerade die Oberfläche des Aussaatsubstrats erreichen. Nach Beendigung dieses Arbeitsganges werden die Einweckgläser mit Gummiringen, Glasdeckel und Federspangen verschlossen. Wichtig ist, daß alle Arbeiten schnell und mit größter Sauberkeit durchgeführt werden. So wird eine Ver-unreinigung der Aussaaten vermieden. Jeder Sektor erhält an der Außenwand des Glases eine Nummer, unter der in einer Liste der Namen der ausgesäten Kakteenart vermerkt wird. Die Gläser werden an einen hellen Platz gestellt, der im Winter auch sonnig sein kann. Die Monate Januar, Februar und März sind als Zeitpunkt für diese Aussaaten sehr günstig. Man benötigt in dieser Zeit in zentral- oder fernbeheizten Wohnungen keine zusätzliche Heizung. Die Zimmertemperatur reicht für den Keimvorgang aus. Die Aussaatgläser erfordern kaum Pflege. Sie beschränkt sich auf ein eventuelles Nachfüllen von abgekochtem Wasser. Die Sämlinge erreichen nach ungefähr 5 Monaten eine Größe, die ein Pikieren erforderlich macht. Sie stehen dann so dicht, daß sie sich gegenseitig in der Entwicklung behindern. 4 Wochen vor diesem Zeitpunkt werden die Sämlinge durch zeitweiliges Lüften und schließlich Entfernen der Glasdeckel an frische Luft gewöhnt. Bei weiterer Pflege in Erde werden die Sämlinge mit einer Gabel oder einem Löffel aus dem Substrat herausgehoben. Die Erdmischung ist zunächst die gleiche wie die zur Aussaat verwandte.

;-)


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