Kakteen-Forum (Archiv)


Hohe Gewinnspannen für den Raubbau an der Natur


Abgeschickt von Harald am 18 November, 2003 um 14:41:

Antwort auf: Re: Massenimport von Standortpflanzen von Conny am 18 November, 2003 um 11:45
Es gibt eine Reihe von Lebewesen, die in ihrem Bestand bedroht sind. Dies sind in der Regel auch genau die, die von "Sammlern" gesucht sind ( oftmals nur der Wunsch, etwas Seltenes zu besitzen ). Dadurch steigt der Verkaufspreis und es setzt ein Kreislauf ein, der dazu führt, dass die Ausrottung beschleunigt wird. Beim Sammeln dieser Pflanzen wird oftmals aus Profitgier ( selbst für uns kleine Summen von wenigen Cent sind für die arme Bevölkerung an den Sammelstellen meist Riesensummen ! ) rigoros vorgegangen und die Begleitfauns und -flora massiv gestört. Bedenkt man, dass Areale seltener Sukkulenten z.T. nur einige 100 Quadratmeter umfassen, dann ist klar, wie schnell die Population verloren ist. Diesen Raubbau versucht man, durch gesetzliche Regelungen zu stoppen, leider manchmal mit gegenteiligem Effekt. Ein Verbot hebt den Preis und damit die Korruption. Sinn macht eine kontrollierte Nachzucht vor Ort, die dann als Kulturpflanze legal exportiert wird. Solche Pflanzen sind auch leichter an unsere Bedingungen anpassbar, im Gegensatz zu Kulturpflanzen, die die Umstellung und den schlechten Transport nur mit einer gigantischen Ausfallquote überstehen ! Und für ein kurzes Mitbringsel, das nach ein paar Wochen als Kompost endet, ist die Natur zu schade - dann lieber die holländische Mammillarie als Massenware mit Strohblümchen dran, die ist sowieso nur als Kurze-Freude-und-dann-Wegwerf-Artikel gezogen worden.

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